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Dunkel war’s, der Mond schien helle

Eins der schönsten deutschsprachigen Nonsensgedichte ist ganz ohne Zweifel der Kinderreim Dunkel war’s, der Mond schien helle, dessen Verse  im wahrsten Sinne des Wortes zum Volksgut gehören, da, im Gegensatz zu vielen so genannten Volksliedern, kein einzelner Verfasser bekannt ist. Die Zahl der unterschiedlichen Versionen ist wohl Legion. Wir präsentieren hier zunächst einmal die folgenden vier:

Dunkel wars, der Mond schien helle,
schneebedeckt die grüne Flur,
als ein Wagen blitzesschnelle
langsam um die Ecke fuhr.

Drinnen saßen stehend Leute,
schweigend ins Gespräch vertieft,
als ein totgeschossner Hase
auf dem Sande Schlittschuh lief.

Dunkel war’s, der Mond schien helle,
Schnee lag auf der grünen Flur,
Als ein Wagen blitzesschnelle
Langsam um die Ecke fuhr.
Drinnen saßen stehend Leute,
Schweigend ins Gespräch vertieft,
Als ein totgeschossner Hase
Auf der Sandbank Schlittschuh lief.
Drinnen saß ein holder Jüngling,
Schwarzgelockt mit blondem Haar,
Neben ihm ’ne alte Schachtel.
Zählte kaum ein halbes Jahr,
In der Hand ’ne Butterwecke,
Der mit Schmalz bestrichen war.

Dunkel war’s, der Mond schien helle,
schneebedeckt die grüne Flur,
als ein Wagen blitzesschnelle
langsam um die Ecke fuhr.
Drinnen saßen stehend Leute,
schweigend ins Gespräch vertieft,
während ein geschoßner Hase
auf der Wiese Schlittschuh lief.
Und auf einer roten Bank,
die blau gestrichen war,
saß ein blondgelockter Jüngling
mit kohlrabenschwarzem Haar;
neben ihm ’ne alte Schachtel,
zählte kaum erst sechzehn Jahr,
und sie aß ein Butterbrot,
das mit Schmalz bestrichen war.
Droben auf dem Apfelbaume,
der sehr süße Birnen trug,
hing des Frühlings letzte Pflaume
und an Nüssen noch genug.

Dunkel war’s, der Mond schien helle,
Schnee lag auf der grünen Flur,
als ein Auto blitzesschnelle
langsam um die Ecke fuhr.
Drinnen saßen stehend Leute,
schweigend ins Gespräch vertieft,
als ein totgeschoßner Hase
auf der Sandbank Schlittschuh lief.

Auf einer roten Bank,
die blau angestrichen war,
saß ein blondgelockter Jüngling
mit kohlrabenschwarzem Haar.
Neben ihm ’ne alte Schrulle,
die kaum erst sechzehn war.
Diese aß ’ne Butterstulle,
die mit Schmalz bestrichen war.

Droben auf dem Apfelbaume,
der sehr süße Birnen trug,
hing des Frühlings letzte Pflaume
und an Nüssen noch genug.

Eine Kuh, die saß im Schwalbenest
mit sieben jungen Ziegen,
die feierten ihr Jubelfest
und fingen an zu fliegen.
Der Esel zog Pantoffeln an,
ist übers Haus geflogen,
und wenn das nicht die Wahrheit ist,
so ist es doch gelogen.

Wer weitere Varianten kennt, kann sie gerne in die Kommentare schreiben.


Nachtrag
: Oft wird Christian Morgenstern (1871 bis 1914) als Verfasser genannt, doch ist nicht bekannt, dass er jemals irgendwo das Gedicht Verkehrte Welt veröffentlicht hat. Wir können Morgenstern als Autor wohl auch deshalb ausschließen, weil das Gedicht bereits 1898 als ›volkstümlich‹ (Dähnhardt, S. 58) bezeichnet worden ist, zu finden auf der Seite von Ralph Babel:

Finster war’s, der Mond schien helle
Auf die grünbeschneite Flur,
Als ein Wagen blitzesschnelle
Langsam um die Ecke fuhr.
Drinnen saßen stehend Leute
Schweigend ins Gespräch vertieft,
Als ein totgeschossner Hase
Auf dem Wasser Schlittschuh lief
Und ein blondgelockter Knabe
Mit kohlrabenschwarzem Haar
Auf die grüne Bank sich setzte,
Die gelb angestrichen war.


Zweiter Nachtrag
: Auch Charles Lutwidge Dodgson alias Lewis Carroll (27. Januar 1832 bis 14. Januar 1898) wird immer mal wieder als Autor genannt. Grund dafür ist wohl Carrolls Gedicht Jabberwocky aus dem 1871 erschienenen Buch Through the Looking-Glass and What Alice Found There (dt: Durch den Spiegel und was Alice dort fand), der Fortsetzung zu Alice im Wunderland (Alice’s Adventures in Wonderland) aus dem Jahre 1865. Das Gedicht geht so:

’Twas brillig, and the slithy toves
Did gyre and gimble in the wabe:
All mimsy were the borogoves,
And the mome raths outgrabe.

›Beware the Jabberwock, my son!
The jaws that bite, the claws that catch!
Beware the Jubjub bird, and shun
The frumious Bandersnatch!‹

He took his vorpal sword in hand:
Long time the manxome foe he sought –
So rested he by the Tumtum tree,
And stood awhile in thought.

And, as in uffish thought he stood,
The Jabberwock, with eyes of flame,
Came whiffling through the tulgey wood,
And burbled as it came!

One, two! One, two! And through and through
The vorpal blade went snicker-snack!
He left it dead, and with its head
He went galumphing back.

›And, hast thou slain the Jabberwock?
Come to my arms, my beamish boy!
O frabjous day! Callooh! Callay!‹
He chortled in his joy.

’Twas brillig, and the slithy toves
Did gyre and gimble in the wabe:
All mimsy were the borogoves,
And the mome raths outgrabe.

Nach Martin Gardner (Alles über Alice, S. 168) ist die erste Strophe schon lange vor den Alice-Büchern entstanden, im Jahre 1855 nämlich. Die erste Übersetzung stammt laut Gardner von Robert Scott, einem Griechischprofessor, und wurde im Februar 1872 im Macmillan’s Magazine abgedruckt. Gardner führt dann noch neun weitere Übersetzungen an, darunter die vielleicht bekannteste von Christian Enzensberger aus dem Jahre 1963 (Der Zipferlake). Die Frage stellt sich nun, ob in irgendeiner der deutschen Alice-Übersetzungen eventuell unser Dunkel war’s hineinmontiert worden ist.

18 Comments

  1. bikie sagt:

    Hallo, ich dachte immer der Ursprung dieser “Volksweise” sei Christian Morgensterns Gedicht “Verkehrte Welt” ?

  2. Christian sagt:

    Nein, das stimmt wohl nicht (siehe meinen Nachtrag).

  3. sonja Engelmann sagt:

    Hallo, Im Kalender von “Gärtner Pötschke” 17,2,2007 wird ein gewisser Lewis Carroll ( 1832 – 1898) angegeben mit 5 Strofen, dieses Gedichtes . Nur zur Info.
    gruss Sonja

  4. Christian sagt:

    Tja, den Carrollianern ist davon leider nichts bekannt. Näheres gibt’s in meinem zweiten Nachtrag.

  5. Sabrina sagt:

    hier eine weitere Version (verschiedene Verfasser):
    Dunkel war’s der Mond schien helle,
    Schnee lag auf der grünen Flur
    als ein Auto blitzeschnelle,
    langsam um die Ecke fuhr.
    Drinnen saßen stehend Leute,
    schweigend ins Gespräch vertieft,
    als ein totgeschossener Hase,
    auf der Sandbank Schlittschuh lief
    Und auf ’ner grünen Bank,
    die rot angestrichen war,
    saß ein blondgelockter Jüngling
    mit kohlrabenschwarzem Haar.
    Neben ihm ne’ alte Schrulle,
    zählte kaum ein halbes Jahr
    In der Hand ne’ Butterstulle,
    die mit Schmalz bestrichen war.
    Und verliebt sprach er zu ihr,
    mein geliebtes Trampeltier.
    Augen hast du wie Korallen,
    die dir aus dem Kopfe fallen.
    Und eine Nase sag ich dir,
    alle Kälber gleichen dir.
    Droben auf dem Apfelbaume,
    der sehr süße Birnen trug,
    hing des Frühlings letzte Pflaume
    und an Nüssen noch genug
    Von der regennassen Strasse
    wirbelte der Staub empor.
    Und der Junge bei der Hitze
    mächtig an den Ohren fror.
    Beide Hände in den Taschen
    hielt er sich die Augen zu.
    Denn er konnte nicht ertragen,
    wie nach Veilchen roch die Kuh.
    Und der Wagen fuhr im Trabe,
    rückwärts einen Berg hinauf.
    Droben zog ein alter Rabe
    grade eine Turmuhr auf.
    Ringsumher herrscht tiefes Schweigen
    und mit fürchterlichem Krach
    spielen in des Grases Zweigen
    zwei Kamele lautlos Schach.
    Und zwei Fische liefen munter,
    durch das blaue Kornfeld hin.
    Endlich ging die Sonne unter,
    und der graue Tag erschien.
    Eine Kuh, die saß im Schwalbenest
    mit sieben jungen Ziegen,
    die feierten ihr Jubelfest
    und fingen dann an zu fliegen.
    Der Esel zog Pantoffeln an
    und wart übers Haus geflogen,
    und wenn das nicht die Wahrheit ist,
    so ist es doch gelogen.

  6. Anna sagt:

    Ich kenn es so von J.W. von Goethe:
    Dunkel war’s…
    …der Mond schien helle,
    Schneebedeckt die grüne Flur,
    Als ein Auto blitzesschnelle
    Langsam um die Ecke fuhr.
    Drinnen saßen stehend Leute
    Schweigend ins Gespräch vertieft,
    Als ein totgeschossner Hase
    Auf der Sandbank Schlittschuh lief.
    Und der Wagen fuhr im Trabe
    Rückwärts einen Berg hinauf.
    Droben zog ein alter Rabe
    Grade eine Turmuhr auf.
    Ringsumher herrscht tiefes Schweigen
    Und mit fürchterlichem Krach
    Spielen in des Grases Zweigen
    Zwei Kamele lautlos Schach.
    Und auf einer roten Bank,
    Die blau angestrichen war
    Saß ein blondgelockter Jüngling
    Mit kohlrabenschwarzem Haar.
    Neben ihm ‘ne alte Schachtel,
    Zählte kaum erst sechzehn Jahr,
    Und sie aß ein Butterbrot,
    Das mit Schmalz bestrichen war.
    Oben auf dem Apfelbaume,
    Der sehr süße Birnen trug,
    Hing des Frühlings letzte Pflaume
    Und an Nüssen noch genug.
    Von der regennassen Straße
    Wirbelte der Staub empor.
    Und ein Junge bei der Hitze
    Mächtig an den Ohren fror.
    Beide Hände in den Taschen
    Hielt er sich die Augen zu.
    Denn er konnte nicht ertragen,
    Wie nach Veilchen roch die Kuh.
    Holder Engel, süßer Bengel,
    furchtbar liebes Trampeltier.
    Du hast Augen wie Sardellen,
    alle Ochsen gleichen Dir.
    Und zwei Fische liefen munter
    Durch das blaue Kornfeld hin.
    Endlich ging die Sonne unter
    Und der graue Tag erschien.
    Und das alles dichtet Goethe
    Als er in der Morgenröte,
    Liegend auf dem Nachttopf saß
    Und dabei die Zeitung las.

  7. NW90 sagt:

    Es gibt zahllose Varianten des Gedichts, aber bei vielen ist das Metrum an einigen Stellen überhaupt nicht stimmig oder der Bezug von einer zur nächsten Zeile nicht vorhanden, sodass man annehmen kann, dass da ein Teil fehlt. Eine Variante, die so ziemlich vollständig und auch vom Metrum stimmig ist, ist die folgende:
    Dunkel war’s, der Mond schien helle,
    schneebedeckt die grüne Flur,
    als ein Wagen blitzesschnelle
    langsam um die Ecke fuhr.
    Drinnen saßen stehend Leute,
    schweigend ins Gespräch vertieft,
    als ein totgeschossner Hase
    auf ‘ner Sandbank Schlittschuh lief.
    Und der Wagen fuhr im Trabe
    rückwärts einen Berg hinauf,
    droben zog ein alter Rabe
    grade eine Turmuhr auf.
    Ringsumher herrscht tiefes Schweigen
    und mit fürchterlichem Krach
    spielen in des Grases Zweigen
    zwei Kamele lautlos Schach.
    Auf ’ner roten Rasenbanke,
    die blau angestrichen war,
    saß ein blondgelockter Knabe
    mit kohlrabenschwarzem Haar.
    Neben ihm ‘ne alte Schrulle,
    die kaum 17 Jahr alt war,
    in der Hand ‘ne Butterstulle,
    die mit Schmalz bestrichen war.
    Und verliebt sprach er zu ihr,
    holder Engel, süßer Bengel,
    furchtbar liebes Trampeltier,
    du hast Augen wie Sardellen,
    alle Ochsen gleichen dir.
    Oben auf dem Apfelbaume,
    der sehr süße Birnen trug,
    hing des Frühlings letzte Pflaume
    und an Nüssen noch genug.
    Von der regennassen Straße
    wirbelte der Staub empor
    und ein Junge bei der Hitze
    mächtig an den Ohren fror.
    Beide Hände in den Taschen
    hielt er sich die Augen zu,
    denn er konnte nicht ertragen,
    wie nach Veilchen roch die Kuh.
    Und zwei Fische liefen munter
    durch das blaue Kornfeld hin,
    endlich ging die Sonne unter
    und der graue Tag erschien.
    Dies Gedicht schrieb Wolfgang Goethe
    abends in der Morgenröte,
    als er auf dem Nachttopf saß
    und die Morgenzeitung las.

  8. herbert jerabek sagt:

    hallo das ist sehr gut

  9. Caprea sagt:

    … und wenn man dann so einiges aus dem Netz zusammensucht und ineinanderfügt, kommt das bei rum:
    Dunkel war’s, der Mond schien helle,
    Schneebedeckt die grüne Flur,
    Als ein Wagen blitzesschnelle
    Langsam um die Kurve fuhr.
    Drinnen saßen stehend Leute
    Schweigend ins Gespräch vertieft,
    Als ein totgeschossner Hase
    Auf der Sandbank Schlittschuh lief.
    Und der Wagen fuhr im Trabe
    Rückwärts einen Berg hinauf.
    Droben zog ein alter Rabe
    Grade eine Turmuhr auf.
    Ringsumher herrscht tiefes Schweigen
    Und mit fürchterlichem Krach
    Spielen in des Grases Zweigen
    Zwei Kamele lautlos Schach.
    Und an einem fernen Ort,
    Der gleich um die Ecke war,
    Tobt ein blondgelockter Jüngling
    Brav, mit kohlrabenschwarzem Haar,
    Setzt sich auf die rote Bank,
    Die blau angestrichen war.
    Neben ihm ‘ne alte Schrulle,
    Zählte kaum erst sechzehn Jahr,
    Trug ein leichtes Sommerkleidchen,
    Das mit Pelz gefüttert war,
    In der Hand ne Butterstulle,
    Das mit Schmalz bestrichen war.
    Und verliebt sprach er zu ihr,
    Holder Engel, süßer Bengel,
    Mein geliebtes Trampeltier.
    Augen hast du wie Korallen,
    Die dir aus dem Kopfe fallen.
    Und eine Nase sag ich dir,
    Alle Kälber gleichen dir.
    Droben auf dem Apfelbaume,
    Der sehr süße Birnen trug,
    Hing des Frühlings letzte Pflaume
    Und an Nüssen noch genug.
    Von der regennassen Straße
    Wirbelte der Staub empor.
    Und ein Junge bei der Hitze
    Mächtig an den Ohren fror.
    Beide Hände in den Taschen
    Hielt er sich die Augen zu.
    Denn er konnte nicht ertragen,
    Wie nach Veilchen roch die Kuh.
    Lauter klitzekleine Bäumchen
    Ragten haushoch bis zum Mars,
    In der Nacht, die tags geträumt war
    Schien der Mond hell, dunkel war´s.
    Und zwei Fische liefen munter
    Durch das blaue Kornfeld hin.
    Endlich ging die Sonne unter
    Und der graue Tag erschien.
    Das Gedicht von Goethe
    schrieb Schiller abends in der Morgenröte,
    Als er liegend auf dem Nachttopf saß
    Und seine Morgenzeitung las.
    Eine Kuh, die saß im Schwalbenest
    Mit sieben jungen Ziegen,
    Die feierten ihr Jubelfest
    Und fingen an zu fliegen.
    Der Esel zog Pantoffeln an,
    Ist übers Haus geflogen,
    Und wenn das nicht die Wahrheit ist,
    So ist es doch gelogen.

  10. Oliver Heinrich sagt:

    Hallo zusammen,
    mir ist von der ersten Strophe noch eine Variante geläufig:
    “Dunkel war’s, der Mond schien helle,
    leise brüllte die Natur,
    als ein Wagen …”

  11. SChm sagt:

    Ich kenn die letzte Strophe so:
    Und Goethes Gedicht schrieb Schiller
    während er auf dem Nachtopf saß
    und im stehen Zeitung las

  12. bitomsky.christine sagt:

    hallo ihr lieben,hab mich mächtig amüsiert hier,hoffe das ich mir die eine oder andere variante merken kann.liebe grüße

  13. Ralph Großmann sagt:

    Hallo miteinander,
    gerade vor der Jahreswende las ich folgendes am Ende:
    Dunkel war’s, der Mond schien helle auf die grünbeschneite Flur,
    als ein Auto blitzeschnelle, langsam um die Ecke fuhr.
    Drinnen saßen stehend Leute schweigend ins Gespräch vertieft,
    als ein totgeschoss’ner Hase auf der Wiese Schlittschuh lief.
    Der halbe Wagen fuhr im Trabe rückwärts diesen Berg hinauf,
    und oben zog ein weißer Rabe routiniert die Turmuhr auf.
    Ringsumher herrscht’ tiefes Schweigen, doch mit fürchterlichem Krach
    spielten auf des Grases Zweigen zwei Kamele schamlos Schach.
    Auf dem neuen Straßenschilde, das total verrottet war,
    saß die blondgelockte Hilde mit kohlraben schwarzem Haar.
    Neben ihr saß ein Chinese schon seit vierzehn Jahren da,
    aß ein Butterbrot mit Käse, das mit Schmalz bestrichen war.
    Von der schneebedeckten Pfütze wirbelte viel Staub empor,
    als die Hilde bei der Hitze mächtig an den Ohren fror.
    Beide Hände in den Taschen, hielt sie sich die Augen zu,
    glitt behend durch Menschenmassen wie ein wildes Känguruh.
    Tintenfische liefen munter in den blauen Schreibverein,
    zeigten zielbewußt mitunter auf den Weg ganz allgemein.
    Und der Löwe auf dem Zaune zählte Schafe wunderbar,
    lutschte aufgeregt am Daume, weil kein Tier zu sehen war.
    An dem morschen Apfelbaume, der sehr süße Birnen trug,
    hing des Frühlings letzte Pflaume in ihr’m weißen Festanzug,
    und auf der blanken Steinumrandung wuchsen Algen und Salat –
    diese sonnige Bepflanzung war ein köstlicher Spagat.
    Die fünf Kirchenorgelklänge kamen g’rade aus der Bar,
    doch die langen Kellergänge waren leider unsichtbar.
    Mit etwas Licht vom Kerzenscheine ging es dann zum Räuberknast,
    Regen stürmte durch die Steine in dem neuen Glaspalast.
    Tausend Sterne fern am Himmel leuchteten zum Greifen nah,
    doch mit schläferndem Gebimmel schloß man jetzt den Großbasar.
    Alle Kinder waren müde, spielten dies und träumten das,
    waren glücklich und zufrieden und schliefen nun, denn dunkel war’s.
    Gute Nacht.

  14. Jojo sagt:

    Hallo zusammen,
    wir sollen uns ein Gedicht aussuchen für Deutsch und dieses dann vortragen!Ich wollt eigentlich “Dunkel war’s der Mond schiehn helle…” nehmen, aber da gibts so viele verschiedene Fassungen ich weiß garnet welche ich nehmen soll! Welche ist denn die beste? Oder könnt ihr mir ein anderes Gedicht vorschlagen?
    Danke! Lb Johanna

  15. Lilai sagt:

    Mein Vater, Jahrgang 1938, hat uns den ersten Vers folgend erzählt:
    Dunkel wars, der Mond schien helle,
    schneebedeckt die grüne Flur,
    als ein Wagen blitzesschnelle
    langsam um die “RUNDE” Ecke fuhr.

  16. Peter Langelüddeke sagt:

    Ich kenne vor allem den Schluss vä
    ölllig anders
    Dunkel war’s. Der Mond schien helle.
    Lautlos brüllte die Natur.
    Als ein Wagen blitzeschnelle
    langsam um die Ecke fuhr.
    Drinnen saßen stehend Leute,
    schweigend ins Gespräch vertieft,
    als ein tot geschoߑner Hase
    auf der Sandbank Schlittschuh lief.
    Und auf ‘ner grünen Bank,
    die gelb angestrichen war,
    saß ein blondgelockter Knabe
    mit kohlrabenschwarzem Haar.
    In der Hand ‘ne Butterstulle,
    die mit Fett bestrichen war,
    neben sich ‘ne alte Schrulle,
    die kaum fünfzehn Jahr‘ alt war.
    Und sie sang mit süßer Stimme:
    „Engel, Bengel, Zuckerstengel,
    herzgeliebtes Trampeltier.
    Augen hast du wie Korallen,
    die aus einem Kalbskopf fallen.
    Alle Ochsen gleichen dir.
    Bin gerührt wie Apfelmus
    Und so weich wie Marmelade.
    Mein Herz schlägt wie ein Pferdefuß
    In meiner linken Wade“.

  17. Valerie sagt:

    hallo!
    ich hab mal irgendwo noch weitere stophen gelesen bei denen es um eine küche und tanzende töpfe ging
    weiß davon vllt jmd was?
    Thx

  18. daniela sagt:

    mein vater (jahrgang 26) hat mir damals folgendes erzählt:
    dunkel war’s, der mond schien helle
    als ein wagen blitzeschnelle
    langsam um die runde ecke fuhr
    drinnen saßen stehend leute,
    schweigend ins gespräch vertieft,
    als ein totgeschoß’ner hase
    auf der wiese schlittschuh lief..

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