Goethe hat enorm viel geschrieben, so viel ist klar. Doch nicht alles, was mit seinem Namen gezeichnet ist, ist auch tatsächlich seiner Feder entflossen. Als Beispiel sei nur jener berühmte Aufsatz genannt, der sich mit der rechtlichen Stellung des Flohs in der Gesellschaft befasste. Schon im Vorwort der Juristischen Abhandlung über die Flöhe, deren erste [...]
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Prophetische Gabe? Vom ersten Untergang der Titanic
Morgan Andrew Robertson (1861 bis 1915) war ein amerikanischer Schriftsteller, der in gewissen Kreisen als so etwas wie ein Seher gilt. Dies deshalb, weil er im Jahre 1898 im New Yorker Verlag M. F. Mansfield einen hundertfünfundvierzig Seiten starken Kurzroman namens Futility auf den Markt gebracht hat, in dem angeblich der Untergang der Titanic, die [...]
Über den Alexandriner
Der Alexandriner ist ein sechshebiger jambischer Vers mit einer Binnenzäsur nach der dritten Hebung, betstehend aus zwölf (bei stumpfen, männlichen Ausklang) oder dreizehn Silben (bei klingendem, weiblichen Ausklang). Hier ein Beispiel aus der Feder Goethes: Daneben braucht man auch, ich kann es nicht verschweigen, Entferntes Holz und Kalk und Schiefer und dergleichen. [Faust. Der Tragödie [...]
Von einer Atombombe und zwei Marsmonden
Science-Fiction-Autoren wagen gern einmal einen Blick in die Zukunft. Die meisten Vorhersagen bleiben zwar Wunschtraum, doch manche treffen später tatsächlich ein. Zwei der bemerkenswertsten Beispiele hierfür finden wir bei H. G. Wells (1866 bis 1946), der die Entwicklung der Atombombe voraussagte, und Jonathan Swift (1667 bis 1745), der lange vor ihrer Entdeckung die beiden Marsmonde [...]
Hannah, Otto, Anna – die Welt der Palindrome
Was haben die Namen ›Hannah‹, ›Otto‹ und ›Anna‹ gemeinsam? Sie alle lassen sich von links nach rechts genauso wie von rechts nach links lesen, ohne dass sich dabei ihr Sinn ändert: sie sind Palindrome. Ein einzelnes Wort zu finden, das diese Eigenschaft erfüllt, ist noch nicht allzu schwer, auch wenn es natürlich einen Unterschied ausmacht, [...]
Der gespaltene Infinitiv – eine Grammatiksünde auf Englisch?
In der englischen Sprache ist es nicht viel anders als in der deutschen: hier wie dort wird gerne der Verfall und Niedergang der Sprachkultur beklagt. Besonders groß ist die Aufregung in englischsprachigen Ländern vor allem dann, wenn wieder einmal ein Infinitiv getrennt wird – eine Todsünde, die manch einen Puristen in die Nähe eines Herzinfarkts [...]
Von Verhörern, Mondegreens und Soramimis
Nicht immer ist alles so gemeint wie es sich im ersten Augenblick anhört. Bestes Beispiel hierfür sind die vielen missverstandenen Laute, Worte oder Textzeilen aus Gedichten oder Liedern. Diese Verhörer werden üblicherweise in zwei Kategorien unterteilt: in Mondegreens und Soramimis (jap. für ›leeres Wort‹, 空耳). Ein Soramimi liegt vor, wenn ein fremdsprachiger Text nicht als [...]
Die Brontës – eine Zeittafel
1777 – Patrick Brunty wird am 17. März als Sohn von Hugh Prunty (oder Brunty) und Alice (Eleanor) McClory in Imdel (auch Emdale) in der irischen Grafschaft Down geboren. 1783 – Am 15. April wird Maria Branwell als Tochter von Thomas und Anne Branwell (née Carne) in Penzance (Cornwall, England) geboren. 1802 – Patrick Brunty [...]
Holaredlduliri
Ein Journalist war schuld. Hätte nämlich der Gewerbeoberlehrer Matthias Rattschüller (1797 bis 1869) in der Zeitschrift Signale für die musikalische Welt nicht lesen müssen, dass der berühmte Erzherzog-Johann-Jodler von Johannes Brahms komponiert worden sei, wäre uns Rattschüller möglicherweise noch ein wenig länger erhalten geblieben. Wie anders nämlich können wir jene Sage deuten, in welcher es [...]
Über die Peanuts
Er hat alles selbst gemacht: getextet, gezeichnet und beschriftet – und das fast achtzehntausend Mal. Diese Leistung ist wirklich einmalig in der Comicszene. (Wer gut rechnen kann, der weiß, dass Schulz exakt 17 897 Mal den Stift angesetzt hat, um über Leben und Wirken der Peanuts Auskunft zu geben.) Für diejenigen, die nachzählen wollen, hier [...]
