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	<title>Die Neue Bücherkiste</title>
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	<description>Unterhaltsames und Wissenswertes aus der Welt der Literatur</description>
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		<title>Kürzungen – ja oder nein?</title>
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		<pubDate>Fri, 18 May 2012 10:02:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>CBücherkiste</dc:creator>
				<category><![CDATA[Nachttischlektüre]]></category>
		<category><![CDATA[Adalbert Stifter]]></category>
		<category><![CDATA[Alice Schmidt]]></category>
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		<description><![CDATA[(Nachttischlektüre #037) —Wie ich zuletzt dargelegt habe, bin ich kein Freund überlanger Romane. Kurz und prägnant sollte eine Geschichte erzählt werden, alles Überflüssige gilt es wegzulassen. Ich bin hier ganz anderer Auffassung als der Herausgeber dieser Seiten, der mich gerne fragt, was denn wohl überflüssig sei und was nicht. Das liegt natürlich im Auge des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #0000ff">(<a href="http://cbuecherkiste.de/category/kolumnen/nachttischlekture">Nachttischlektüre</a> #037) </span>—Wie ich <a href="http://cbuecherkiste.de/2012/05/morels-erfindung.html">zuletzt dargelegt</a> habe, bin ich kein Freund überlanger Romane. Kurz und prägnant sollte eine Geschichte erzählt werden, alles Überflüssige gilt es wegzulassen. Ich bin hier ganz anderer Auffassung als der Herausgeber dieser Seiten, der mich gerne fragt, was denn wohl überflüssig sei und was nicht. Das liegt natürlich im Auge des Betrachters, aber jeder vernünftige Leser kann das wohl selbst auf einen Blick erkennen, oder etwa nicht?</p>
<p><span id="more-3887"></span></p>
<p>Wie dem auch sei, jedenfalls bin ich fest davon überzeugt, dass mehr als genug Romane existieren, die aufgrund ihrer Länge schlechter sind als sie sein könnten. Hier ein paar Beispiele:</p>
<ol>
<li><em><a href="http://cbuecherkiste.de/2011/01/krieg-und-frieden-2.html">Krieg und Frieden</a></em> (Tolstoi): Ein großartiger Roman, der aber ganz erheblich darunter leidet, dass die Schilderungen der vielen Schlachten dermaßen langweilig sind, dass sie einem irgendwann zum Halse raushängen.</li>
<li><em>Nachsommer</em> (Stifter): ist in einem wunderbaren Deutsch geschrieben, aber dermaßen langatmig, dass selbst der Herausgeber dieser Seiten darüber eingeschlafen ist und das Buch irgendwo bei Seite 220 zur Seite gelegt hat.</li>
<li><em><a href="http://cbuecherkiste.de/2011/01/moby-dick.html">Moby Dick</a></em> (Melville): Die Handlung umfasst nicht allzu vielen Seiten, aufgebläht wird die Erzählung einzig durch etwelche Abhandlungen, die kein Leser, der einfach nur unterhalten werden will, wirklich genießen kann. Wen interessiert schon das Kapitel über die Zoologie der Wale, in welchem wir des Autors Klassifizierung der Wale in den Folio-Wal, den Oktav-Wal und den Duodez-Wal kennen lernen. Auch das Kapitel, um nur ein weiteres zu nennen, über die besonderen Eigenschaften der Farbe Weiß ist nicht gerade sehr erbaulich. Kein Wunder, dass es regelmäßig in Jugendausgaben auf das Wesentliche zusammengekürzt wird.<span style="color: #0000ff">*</span> Eine Vorgehensweise, die der Herausgeber dieser Seiten <a href="http://cbuecherkiste.de/2011/01/gullivers-reisen.html">ganz und gar furchtbar</a> findet; eine Vorgehensweise aber, die ich durchaus gutheißen kann.</li>
<li><em><a href="http://cbuecherkiste.de/2006/04/don-quijote.html">Don Quijote</a></em> (Cervantes): Hier ist deutlich zu spüren, dass Cervantes auf eine vorher bestimmte Länge festgelegt war, die er unbedingt einhalten musste. Um die entstandenen Leerstellen zu füllen, griff er also auf mehrere seiner Kurzgeschichten zurück und blähte somit den Roman unnötig auf.</li>
</ol>
<p><span style="color: #0000ff">* Das erinnert mich an das Schreiben der Stuttgarter Hausbücherei an Arno Schmidt betreffs einer möglichen Übersetzung des genannten Werks. Kürzungen vertrügen auch die alten Herren der Weltliteratur meistens sehr gut, hieß es in einem von Alice Schmidt zitierten Brief (<em>Tagebuch aus dem Jahr 1956</em>, S. 133). Von Frauen ist natürlich nicht die Rede. (<em>Anm. d. Hrsg.</em>)</span></p>
<p>Sicher, ein Leser kann sich gerne in der Kunst des Überspringens üben, doch weiß er auch, welche Stellen er überspringen sollte? Das ginge doch nur, wenn sich ein verständiger Herausgeber seiner erbarmte und die unbedeutenden Stellen entsprechend kennzeichnete. Hat dies aber irgendein Herausgeber schon einmal gewagt? Ich glaube nicht.</p>
<p>Was also ist der richtige Weg? Ist es in Ordnung, dass Romane der Weltliteratur (welche Werke auch immer unter diesen Oberbegriff fallen) gekürzt werden? Ja, sage ich, nein, sagt der Herausgeber. Aber selbst wenn sie nicht erlaubt wären, geboten wären sie in vielen Fällen schon.</p>
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		<title>Morels Erfindung</title>
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		<pubDate>Tue, 15 May 2012 10:06:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>CBücherkiste</dc:creator>
				<category><![CDATA[Nachttischlektüre]]></category>
		<category><![CDATA[Adolfo Bioy Casares]]></category>
		<category><![CDATA[Jorge Luis Borges]]></category>

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		<description><![CDATA[(Nachttischlektüre #036) —Es ist wohl kein Geheimnis, dass ich nicht gerade ein Freund unnötig langatmiger Romane bin. Seit je her kann ich nicht verstehen, warum ein Autor achthundert Seiten braucht, um eine Begebenheit zu schildern, die er auch in zweihundert oder weniger Worten hätte darlegen können. Umso lieber sind mir daher all jene Werke, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #0000ff">(<a href="http://cbuecherkiste.de/category/kolumnen/nachttischlekture">Nachttischlektüre</a> #036) </span>—Es ist wohl kein Geheimnis, dass ich nicht gerade ein Freund unnötig langatmiger Romane bin. Seit je her kann ich nicht verstehen, warum ein Autor achthundert Seiten braucht, um eine Begebenheit zu schildern, die er auch in zweihundert oder weniger Worten hätte darlegen können. Umso lieber sind mir daher all jene Werke, die das gebotene Maß nicht überschreiten. Zu diesen anerkennenswerten Büchern gehört auch der Kurzroman <em>Morels Erfindung</em>, den der argentinische Autor Adolfo Bioy Casares 1940 veröffentlichte.</p>
<p><span id="more-3881"></span></p>
<div class="infobox right">
<h3>Adolfo Bioy Casares</h3>
<p><span style="font-size: 11px">(Buenos Aires 15. September 1914 – 8. März 1999 Buenos Aires)</span></p>
<p><span style="font-size: 11px">Bioy Casares Familie gehörte zum Großbürgertum. Sein Vater war nicht nur Vorsitzender der nationalen Vereini-gung der Großgrundbesitzer, eine Zeitlang hatte er auch den Posten des Außenministers inne. Nach seinem Schulab-schluss nahm Bioy Casares ein Jura- und Philologiestudium auf, das er aber zum Entsetzen seines Vaters zugunsten der Schriftstellerei vorzeitig abbrach. 1990 erhielt er den Premio Cervantes, den bedeutendsten Literaturpreis der spanischsprachigen Welt.</span></p>
</div>
<p><em>La invención de Morel</em> darf mit allem Recht der Welt als fantastisch bezeichnet werden, fantastisch aber nicht alleine deshalb, weil der Autor hier ein höchst sonderbares und ungewöhnliches Thema verarbeitet, sondern vor allem auch deshalb, weil Bioy Casares sein Metier so meisterhaft beherrscht. Der Aufbau ist streng logisch, jeder Satz schließt sich harmonisch an den vorhergehenden an, kein Wort ist fehl am Platz, alles fließt. Kein Wunder also, dass Jorge Luis Borges die Fabel in seinem Vorwort als vollkommen bezeichnet.</p>
<p>Protagonist ist ein namenloser Ich-Erzähler, der, eines nicht näher bezeichneten Verbrechens angeklagt, auf eine einsame, von Überschwemmungen heimgesuchte Insel im Pazifik flieht und dort eine Existenz wie Robinson zu führen beginnt. Doch ganz so alleine, wie er zunächst glaubt, ist er dort gar nicht. So entdeckt er auf seinen Streifzügen eine Kapelle, ein Schwimmbecken und ein museumsartiges Gebäude, in dessen Kellerräumen er riesige Maschinen vorfindet, deren Zweck er sich zunächst nicht erklären kann.</p>
<p>Mehr noch: Unverhofft tauchen mit einem Male allerlei Menschen auf – Polizisten vielleicht, die gekommen sind, ihn festzunehmen? Er vermutet es, kann es aber nicht mit Gewissheit sagen. So beobachtet er sie eine Weile, bis er merkt, dass sie eher Feriengästen als Polizisten gleichen. Was aber mag das alles bedeuten?</p>
<p>Unter den Urlaubern ist auch eine Frau namens Faustine, deren Schönheit ihn magisch in den Bann zieht. Was aber macht ein Mann in einer solchen Situation? Er gibt seine Deckung auf und will sich ihr nähern, nur leider würdigt sie ihn keines Blickes, fast scheint es so, als schaute sie einfach durch ihn hindurch.</p>
<p>Die anderen Touristen nehmen ihn ebenfalls nicht wahr, auch Morel nicht, in dem der Erzähler einen Rivalen um Faustine ausmacht. Durch eine Erzählung eben jenen Morels erfährt der Protagonist endlich aber, was es mit den unheimlichen Menschenwesen auf sich hat. Mit Hilfe seiner Erfindung hat Morel die Inselbewohner irgendwann einmal eine Woche lang fotografiert, um das Aufgezeichnete später in einer perfekten dreidimensionalen Projektion wiederzugeben, einem Hologramm vergleichbar. Solange die Maschinen im Museum weiterlaufen, werden diese Abbilder in alle Ewigkeit in die Wirklichkeit projiziert. Virtuell sind sie quasi unsterblich geworden.</p>
<p>Um aber der geliebten Faustine nahe zu sein, muss sich auch der Erzähler in die künstliche Ewigkeit dieser Projektion versetzen lassen. Bleibt nur die Frage, ob er die eigene Sterblichkeit wirklich gegen die technische Unsterblichkeit eintauschen wird?</p>
<p><strong>(BBS = +1,46)</strong></p>
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		<title>Ein neuartiger Strumpf</title>
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		<pubDate>Tue, 15 May 2012 09:10:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>CBücherkiste</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kalendergeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Julian Hill]]></category>
		<category><![CDATA[Leo Baekeland]]></category>
		<category><![CDATA[Wallace Carothers]]></category>

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		<description><![CDATA[Kunststoffe hatte es schon vorher gegeben: Angefangen hatte alles 1868 mit dem Zelluloid, das auch heute noch für die Herstellung von Tischtennisbällen verwendet wird. Zelluloid ist aber nicht ausschließlich künstlich, da seine Grundlage, die Zellulose, aus Pflanzen gewonnen wird. 1907 entwickelte Leo Baekeland dann den ersten vollkommen synthetischen Kunststoff. Das Bakelit wurde überall gebraucht, bei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kunststoffe hatte es schon vorher gegeben: Angefangen hatte alles 1868 mit dem Zelluloid, das auch heute noch für die Herstellung von Tischtennisbällen verwendet wird. Zelluloid ist aber nicht ausschließlich künstlich, da seine Grundlage, die Zellulose, aus Pflanzen gewonnen wird.</p>
<p>1907 entwickelte Leo Baekeland dann den ersten vollkommen synthetischen Kunststoff. Das Bakelit wurde überall gebraucht, bei elektrischen Steckern und Steckdosen genauso wie bei Radios, Salz- und Pfefferstreuern, ja sogar bei Schmuckstücken. Kein Wunder, dass Beakeland so populär wurde, dass er es im September 1924 aufs Titelblatt des <em>Time</em>-Magazins schaffte.</p>
<p><span id="more-2901"></span></p>
<p>Den nächsten großen Schritt unternahm der Harvard-Professor Wallace Carothers, den die Firma DuPont 1928 verpflichtet hatte, die Abteilung zur chemischen Grundlagenforschung zu leiten, die von DuPont im Jahre zuvor gegründet worden war. Es sollte noch einige Zeit dauern, doch 1931 gelang es Carothers und seinen Mitarbeitern, eine Art künstlichen Kautschuk herzustellen, Neopren genannt.</p>
<p>Wie das oft so ist in der Wissenschaft, kam das Neopren eher zufällig an den Tag, denn es war ein Jux seines Kollegen Julian Hill gewesen, der erst den entscheidenden Durchbruch gebracht hatte: Hill hatte eine Masse erhitzt, einen Glasstab in die entstandene Flüssigkeit getaucht und ihn wieder herausgezogen, woraufhin sich ein Faden gebildet hatte, der sich ewig weit in die Länge ziehen ließ – die Technik des Kaltziehens war geboren, eine Technik, das die Grundlage für den Erfolg von Nylon bilden sollte.</p>
<p>Zunächst einmal machte das Nylon Karriere als Angelleine und als Borste für Zahnbürsten, bevor DuPont am <strong>15. Mai 1940</strong> endlich die ersten Nylonstrümpfe auf den Markt brachte. Und mit welchem Erfolg: allein in New York fanden in wenigen Stunden etwa vier Millionen Paare neue Besitzerinnen.</p>
<p>Wallace Carothers erlebte den Erfolg von Nylon nicht mehr: Nach dem Tode seiner Schwester litt er unter Depressionen, bis er sich im April 1937 schließlich mit einem Zyankalicocktail das Leben nahm.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>(Quellen: Schneider, S. 113ff.; Kruszelnicki, S. 51ff.)</p>
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		<title>Der erste Computer</title>
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		<pubDate>Sat, 12 May 2012 10:10:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>CBücherkiste</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kalendergeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Ada Lovelace]]></category>
		<category><![CDATA[Charles Babbage]]></category>
		<category><![CDATA[Helmut Schreyer]]></category>
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		<description><![CDATA[Es ist noch gar nicht so lange her, da galten Computer noch als eine Art Teufelswerk, für das sich höchstens ein paar verrückte Sonderlinge oder Krauterer interessierten. Heute freilich sind sie nicht mehr aus unserem Leben wegzudenken. Was früher noch mühsam per Hand gemacht werden musste, ist heute mit wenigen Klicks zu erledigen. Ob im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist noch gar nicht so lange her, da galten Computer noch als eine Art Teufelswerk, für das sich höchstens ein paar verrückte Sonderlinge oder Krauterer interessierten. Heute freilich sind sie nicht mehr aus unserem Leben wegzudenken. Was früher noch mühsam per Hand gemacht werden musste, ist heute mit wenigen Klicks zu erledigen. Ob im Büro oder auf dem Schreibtisch im eigenen Hause – ohne Computer geht in der Tat nichts mehr.</p>
<p>Die ersten Arbeiten zum Thema reichen bis ins neunzehnte Jahrhundert zurück. Immerhin haben Charles Babbage und Byrons Tochter Ada Lovelace schon 1837 eine erste Rechenmaschine entworfen, doch die Blütezeit des modernen Computers begann erst gut hundert Jahre später, als verschiedene Programmierer die ersten universell programmierbaren Rechner entwickelten.</p>
<p>Zu den Vordenkern gehörte dabei der Berliner Bauingenieur Konrad Zuse, der 1938 mit dem Z1 die erste entsprechende Maschine herstellte. Doch damit nicht genug: In Zusammenarbeit mit Helmut Schreyer entwickelte Zuse seinen Apparat, der unvergleichlich viel größer war als die heutigen Rechner und fast einen ganzen Raum in Beschlag nahm, in den folgenden Jahren zügig weiter, bevor er sie am <strong>12. Mai 1941</strong> einer Gruppe von Wissenschaftlern vorstellte.</p>
<p>Seine Arbeit war ein voller Erfolg: Die Z3 war der <a href="http://www.z3-computer.de/">erste funktionsfähige Digitalrechner der Welt</a> und kann mit Fug und Recht als Prototyp des modernen Computers bezeichnet werden; einzig die logischen Bausteine fehlten der Maschine damals noch, die als erste mit dem binären Zahlensystem arbeitete. Das Original wurde im Krieg bei einem Bombenangriff zerstört.</p>
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		<title>Der Tod eines Engels</title>
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		<pubDate>Mon, 07 May 2012 09:09:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>CBücherkiste</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kalendergeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Catherine Hogarth]]></category>
		<category><![CDATA[Charles Dickens]]></category>
		<category><![CDATA[Mary Hogarth]]></category>

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		<description><![CDATA[Als Mary Hogarth im Alter von nur siebzehn Jahren starb, genügten Charles Dickens drei Worte, um seine Schwägerin zu beschreiben: jung, schön, gütig (›young, beautiful and good‹). Es sind quasi Worte für die Ewigkeit, denn noch heute zieren sie Marys Grabstein auf dem Friedhof von Kensal Green in London. Wie viel sie ihm bedeutete, wird [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Mary Hogarth im Alter von nur siebzehn Jahren starb, genügten Charles Dickens drei Worte, um seine Schwägerin zu beschreiben: jung, schön, gütig (›young, beautiful and good‹). Es sind quasi Worte für die Ewigkeit, denn noch heute zieren sie Marys Grabstein auf dem Friedhof von Kensal Green in London.</p>
<p>Wie viel sie ihm bedeutete, wird deutlich, wenn wir daran denken, dass Dickens genau diese Worte auch verwendete, um gleich drei seiner Frauenfiguren zu beschreiben: Rose Maylie aus <em>Oliver Twist</em>, Little Nell aus dem <em>Raritätenladen </em>und Florence Dombey aus <em>Dombey und Sohn</em>.</p>
<p><span id="more-2899"></span></p>
<p>Verheiratet war Dickens freilich nicht mit Mary, sondern mit deren Schwester Catherine, mit der zusammen er zehn Kinder hatte, sieben Jungs und drei Mädchen. Als intellektuelle Partnerin, die ihm seine Ehefrau nicht sein konnte, zog Mary zu den beiden, verstarb nach kurzer Krankheit jedoch bereits am <strong>7. Mai 1837</strong>, nur knapp ein Jahr nach ihrem Einzug .</p>
<p>Dickens war darüber so in Trauer, dass er die <em>Pickwickier</em> und <em>Oliver Twist</em>, an denen er gerade arbeitete, nicht rechtzeitig abschließen konnte. Er zog der Toten den Ring vom Finger und trug ihn nun selber, zudem hob er noch eine Haarlocke von Mary sowie ihre Kleider auf.</p>
<p>Wie er sich nach Marys Tod fühlte, kann vielleicht einer Passage in <em>Oliver Twist</em> entnommen werden. Nachdem Rose Maylies Zustand sich verschlechtert hatte, überlief ja immer dann ein Zittern seinen Körper, trat ihm immer dann der kalte Angstschweiß auf die Stirn, wenn er fürchten musste, dass etwas geschehen sei, was zu schrecklich war, um auch nur daran zu denken:</p>
<blockquote><p> How often did a tremble shake his frame, and cold drops of terror start upon his brow, when a sudden trampling of feet caused him to fear that something too dreadful to think of had even then occurred!</p>
<p><span style="font-size: 11px">[<a href="http://en.wikisource.org/wiki/Oliver_Twist/Chapter_33">Chapter 33</a>]</span></p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<p>(Quelle: Ackroyd, S. 238)</p>
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		<title>In einem andern Land</title>
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		<pubDate>Sun, 06 May 2012 10:15:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>CBücherkiste</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Belletristik]]></category>
		<category><![CDATA[Annemarie Horschitz]]></category>
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		<description><![CDATA[Gertrude Stein hat einst den Begriff von der ›Lost Generation‹ geprägt. Zu dieser ›verlorenen Generation‹ gehörten all jene amerikanischen Autoren, die, in den Jahren um 1900 geboren, im Ersten Weltkrieg gekämpft, angesichts des dort erlebten Grauens vollkommen desillusioniert und zerschlagen das Schlachtfeld verlassen und sich schließlich zu Beginn der Zwanzigerjahre in Paris niedergelassen hatten. F. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gertrude Stein hat einst den Begriff von der ›Lost Generation‹ geprägt. Zu dieser ›verlorenen Generation‹ gehörten all jene amerikanischen Autoren, die, in den Jahren um 1900 geboren, im Ersten Weltkrieg gekämpft, angesichts des dort erlebten Grauens vollkommen desillusioniert und zerschlagen das Schlachtfeld verlassen und sich schließlich zu Beginn der Zwanzigerjahre in Paris niedergelassen hatten.</p>
<p>F. Scott Fitzgerald gehörte genauso dazu wie John Dos Passos, Edward Estlin Cummings oder Ernest Hemingway. Nachdem dieser drei Jahre zuvor bereits <em>The Sun Also Rises</em> (dt. <em>Fiesta</em>) veröffentlicht hatte, folgte 1929<span style="color: #0000ff">*</span> <em>A Farewell to Arms</em>. (Ein Jahr nach der Originalausgabe kam übrigens die von Annemarie Horschitz übersetzte deutsche Fassung auf den Markt.)</p>
<p><span id="more-3769"></span></p>
<div class="infobox right">
<h3>Ernest Hemingway</h3>
<p><span style="font-size: 11px">(Oak Park 21. Juli 1899 – 2. Juli 1961 Ketchum)</span></p>
<p><span style="font-size: 11px">Der Sohn eines Arztes meldete sich freiwillig als Sanitäter beim Roten Kreuz und war im Ersten Weltkrieg als Sanitätsfahrer an der norditalienischen und französisch-deutschen Front tätig, wo er zweimal schwer verwundet wurde. Nach dem Krieg arbeitete er eine Zeitlang als Journalist, bevor er sich in den Zwanziger Jahren in Paris niederließ. Später zog es ihn in alle Herren Länder, nach Afrika, Kuba oder Spanien. Dort interessierte er sich zunächst für den Stierkampf, später nahm er dort als Kriegsberichterstatter am Spanischen Bürgerkrieg teil. Auch vom Zweiten Weltkrieg berichtete er gern und oft. 1954 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet, verfiel der machohafteste aller Machos immer mehr, konnte bald kein einziges Wort mehr schreiben und verfiel in Depressionen. Von den Ärzten in der berühmten Mayoklinik mit einer Elektroschock-Therapie malträtiert, hatte er die Nase voll vom Leben und schoss sich drei Wochen vor seinem zweiundsechzigsten Geburtstag das Hirn aus dem Schädel.</span></p>
</div>
<p><span style="color: #0000ff">* Im selben Jahr erschien auch Remarques <em>Im Westen nichts Neues</em>, wo ebenfalls von einer ›verlorenen Generation‹ die Rede ist, von einer Generation, die fast noch im jugendlichen Alter in den Krieg ziehen musste und ›vom Kriege zerstört wurde‹. Ob Hemingway selbst vom Kriege zerstört wurde, vermögen wir nicht zu sagen, jedenfalls hat er seine Erfahrungen als freiwilliger Fahrer eines italienischen Sanitätskorps zu einem Buch verarbeitet, das ihm einen enormen Erfolg bescherte. Der Erfolg war so enorm, dass es bereits 1932 zur ersten Verfilmung kam. 1958 folgte eine weitere Verfilmung von Charles Vidor und John Huston. (<em>Anm. d. Hrsg.</em>)</span></p>
<p>Freiwillig als Leutnant im Sanitätskorps der italienischen Armee dienend, lernt der junge Amerikaner Frederic Henry eines Tages die englische Krankenschwester Catherine Barkley kennen, mit der er gerne herumschäkert, ohne aber wirklich in sie verliebt zu sein. Das ändert sich, als er an der Front verwundet wird (sein Knie ist auf einmal dort, wo sein Schienbein sein sollte) und in das Lazarett eingeliefert wird, wo auch Catherine arbeitet. Dort verliebt es sich endlich in sie. Sie verleben einen herrlichen Sommer miteinander, und bevor Frederic wieder an die Front muss, eröffnet sie ihm, dass sie ein Baby von ihm erwarte.</p>
<p>Als werdender Vater kehrt Frederic zur Front zurück, wo er den Durchbruch der deutschen und österreichischen Truppen bei Caporetto miterlebt. Im Chaos des Rückzugs gerät er fälschlicherweise in den Verdacht, ein Deserteur zu sein – ein schlimmeres Urteil kann es nicht geben. Da ihm die Erschießung droht, sucht er sein Heil in der Flucht. Er setzt sich mit Catherine in die Schweiz ab, führt mit ihr ein schönes Leben, doch das Glück währt nicht allzu lange. Catherine bringt einen toten Jungen zur Welt, hat eine Blutung nach der anderen, fällt in eine tiefe Bewusstlosigkeit, und braucht nicht lange zum Sterben.<span style="color: #0000ff">*</span></p>
<p><span style="color: #0000ff">* Die Sterbeszene zu schreiben, ist Hemingway nicht leicht gefallen. Immerhin zweiunddreißig Anläufe (Lynn, S. 483) hat er benötigt, um den Schluss aufs Papier zu bringen – und dafür hat er es dann ja doch noch ganz gut hinbekommen. Sicher, <a href="http://cbuecherkiste.de/2006/10/madame-bovary.html">Emma Bovary</a> mag schöner sterben als Catherine Barkley, aber auch Catherines Dahinscheiden liest sich ganz gut. (<em>Anm. d. Hrsg.</em>)</span></p>
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		<title>Der Steppenwolf</title>
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		<pubDate>Thu, 03 May 2012 10:25:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>CBücherkiste</dc:creator>
				<category><![CDATA[Belletristik]]></category>
		<category><![CDATA[Hermann Hesse]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Lieder kennt wohl fast jeder. ›Born to Be Wild‹ und ›Magic Carpet Ride‹ sind tatsächlich auch heute noch in aller Munde, auch wenn sie inzwischen schon mehr als vierzig Jahre auf dem Buckel haben. Das war auch die Hoch-Zeit der Hardrockband, die zunächst als The Sparrows durch die Lande zog, bevor sie später als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4060" class="wp-caption alignleft" style="width: 189px"><a href="http://www.suhrkamp.de/buecher/der_steppenwolf-hermann_hesse_46355.html"><img class="size-medium wp-image-4060" src="http://cbuecherkiste.de/files/2012/05/steppenwolf-179x300.jpg" alt="" width="179" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Hermann Hesse: Der Steppenwolf. Frankfurt am Main 2012 (Bild: Suhrkamp Verlag)</p></div>
<p>Die Lieder kennt wohl fast jeder. ›Born to Be Wild‹ und ›Magic Carpet Ride‹ sind tatsächlich auch heute noch in aller Munde, auch wenn sie inzwischen schon mehr als vierzig Jahre auf dem Buckel haben.</p>
<p>Das war auch die Hoch-Zeit der Hardrockband, die zunächst als <em>The</em> <em>Sparrows</em> durch die Lande zog, bevor sie später als <em>Steppenwolf</em> weltberühmt wurde – benannt nach dem 1927 erschienenen Roman von Hermann Hesse.</p>
<p><span id="more-3732"></span></p>
<p>Harry Haller heißt derjenige, der sich selbst als eine Mischung aus Mensch und Wolf sieht. Haller ist ein Außenseiter und Melancholiker, ein Antiheld, der am Leben zerbricht. Er wird uns im Vorwort des Herausgebers zunächst vom Neffen seiner Hauswirtin vorgestellt, bevor wir ihn in seinen eigenen Aufzeichnungen als einen einsamen Wolf kennen lernen, als einen, der seine Aufzeichnungen mit dem Vermerk ›Nur für Verrückte‹ versieht.</p>
<p>Während er also griesgrämig vor sich hin lamentiert, fällt ihm das ›Tractat vom Steppenwolf‹ in die Hände, ein Traktat ebenfalls gedacht ›nur für Verrückte‹. Dort nun erfährt Haller, was für ein Mensch er wirklich ist, in welchem Zustand seine Seele sich befindet.</p>
<div class="infobox right">
<h3>Hermann Hesse</h3>
<p><span style="font-size: 11px">(Calw 2. Juli 1877 – 9. August 1962 Montagnola)</span></p>
<p><span style="font-size: 11px">Der Sohn eines deutsch-baltischen Missionars besuchte zunächst die Lateinschule in Göppingen, brach aber die gewünschte theologische Laufbahn schnell wieder ab. Damals erlitt er einen Nervenzusammenbruch, was für ihn später durchaus kennzeichnend werden sollte. Nach einem Praktikum in der Turmuhrenfabrik in Calw und einer Buchhändlerlehre in Tübingen versuchte er sich einige Zeit lang als Buchhändler und Antiquar in Basel. Nachdem er aber seine Feder geschärft hatte, war er ab 1904 als freier Schriftsteller und Journalist tätig. 1912 verließ er Deutschland und übersiedelte mit seiner Familie nach Bern. Bei Kriegsbeginn meldete er sich freiwillig, wurde aber dienstuntauglich geschrieben und der deutschen Gesandtschaft in Bern zugeteilt. Da er 1923 die Schweizer Staatsbürgerschaft erhielt, darf man ihn zu den deutschen Nobelpreisträgern zählen. Hesse starb im Alter von fünfundachtzig Jahren an einem Gehirnschlag.</span></p>
</div>
<p>Haller denkt an Selbstmord, begegnet dann aber der Kurtisane Hermine, die ihn das Leben lehren will. Und leben, das heißt in diesem Falle eben auch, sich den Drogen hinzugeben: So träumt Haller ein paar rauschgiftvernebelte Träume, halluziniert vor sich hin, träumt vom Mord an Hermine. Schließlich trifft er auf Mozart (Pablo), der ihm rät, das Leben und das Lachen beizubringen. Ob er aber dazu bereit ist?</p>
<p>Im Winter 1925/26 hatte Hesse einige Gedichte geschrieben, die später unter dem Titel <em>Der Steppenwolf. Ein Stück Tagebuch in Versen</em> in der <em>Neuen Rundschau</em> veröffentlicht worden waren.</p>
<p>Am 15. Dezember 1926 schließlich begann Hesse mit der Niederschrift eines längeren Prosastücks zum Thema. Ein Teil des Ganzen, das ›Tractat vom Steppenwolf‹ wurde von der <em>Neuen Rundschau</em> vorabgedruckt, der komplette Roman wurde 1927 veröffentlicht.</p>
<p>Wer sich ein wenig in der Musik auskennt, der vermag im <em>Steppenwolf</em> eventuell so etwas wie eine musikalische Komposition zu entdecken. Ob hier nun wirklich eine Sonatendichtung vorliegt, sei einmal dahingestellt – jedenfalls hat Hesse sich bemüht, dem Werk diese Form zu geben. ›Das Vorwort des Herausgebers‹ fungiert als Vorstellung des Themas, quasi also als Exposition des ersten Sonatenhauptsatzes, während der sich anschließende Teil ›Harry Hallers Aufzeichnungen. Nur für Verrückte‹ das Thema weiterentwickelt und somit der Durchführung entspricht; der eingeschobene Essay ›Tractat vom Steppenwolf‹ wiederum wiederholt das Vorangegangene und stellt somit eine Reprise dar, bevor schließlich so etwas wie die Durchführung des zweiten Sonatenhauptsatzes folgt.<span style="color: #0000ff">*</span></p>
<p><span style="color: #0000ff">* Tatsächlich gelingt es Hesse in der Exposition, von der Tonika hin zur Dominante überzugehen und wieder zu ihr zurückzukehren. Und wie er während der Durchführung noch ganz andere Tonarten in seine Komposition mit einbezieht, wie er von einer Tonart zur nächsten jagt, und wie er dann während der Reprise endlich wieder zur Tonika zurückkehrt – das ist wirklich fantastisch. (<em>Anm. d. Hrsg.</em>)</span></p>
<p>Wie auch immer, jedenfalls löste der Roman während des Hippie- und Drogenrauschs der Sechzigerjahre eine wahre Hesse-Hsyterie aus – auch in Europa, vor allem aber in den USA. Man vermag es kaum zu glauben.</p>
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		<title>Rot und Schwarz</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Apr 2012 10:22:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>CBücherkiste</dc:creator>
				<category><![CDATA[Belletristik]]></category>
		<category><![CDATA[Antoine Berthet]]></category>
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		<description><![CDATA[Antoine Berthet war ein junger Stutzer, dessen Fall im frühen neunzehnten Jahrhundert in Frankreich für reichlich Aufregung sorgte. Tatsächlich erregte die so genannte Affäre Berthet auch die Aufmerksamkeit des französischen Schriftstellers Stendhal, der sich ausführlich über den Fall* informierte und in der Nacht vom 25. auf den 26. Oktober 1829 mit der Niederschrift seines Romans [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4056" class="wp-caption alignleft" style="width: 193px"><a href="http://www.suhrkamp.de/buecher/rot_und_schwarz-stendhal_35206.html"><img class="size-medium wp-image-4056" src="http://cbuecherkiste.de/files/2012/04/rotundschwarz-183x300.jpg" alt="" width="183" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Stendhal: Rot und Schwarz. Frankfurt am Main 2006 (Bild: Insel Verlag)</p></div>
<p>Antoine Berthet war ein junger Stutzer, dessen Fall im frühen neunzehnten Jahrhundert in Frankreich für reichlich Aufregung sorgte. Tatsächlich erregte die so genannte Affäre Berthet auch die Aufmerksamkeit des französischen Schriftstellers Stendhal, der sich ausführlich über den Fall<span style="color: #0000ff">*</span> informierte und in der Nacht vom 25. auf den 26. Oktober 1829 mit der Niederschrift seines Romans <em>Le Rouge et le Noir. Chronique du XIXe siècle</em> begann, der nur ein Jahr später in zwei Bänden erschien.</p>
<p><span style="color: #0000ff">* Ganz ähnlich wie bei Gustave Flaubert, dessen Roman <a href="http://cbuecherkiste.de/2006/10/madame-bovary.html"><em>Madame Bovary</em></a> ebenfalls eine wahre Begebenheit zu Grunde liegt: der Fall der jungen Delphine Delamare. (<em>Anm. d. Hrsg.</em>)</span></p>
<p>Was also war vorgefallen? In der Familie Michoud als Hauslehrer tätig, verliebte sich der junge Stutzer Antoine Berthet in die Dame des Hauses und musste die Familie nach knapp einem Jahr wieder verlassen. Später ging er bei einer anderen Familie ein Liebesverhältnis mit der Tochter des Hauses ein und wurde auch dort sofort entlassen. Damit war natürlich auch seine Chance auf eine Stelle im Priesterseminar dahin, woraufhin er in Briefen an Madame Michoud drohte, sie sowohl als auch sich selbst zu töten.</p>
<p><span id="more-3730"></span></p>
<p>Tatsächlich machte er seine Drohungen bald darauf wahr und feuerte am 22. Juli 1827 während der Sonntagsmesse auf Madame Michoud, bevor er die Waffe gegen sich selbst richtete. Ein guter Schütze kann er aber nicht gewesen sein, sonst hätten beide wohl kaum überlebt. Vorläufig zumindest, da Berthet später vor Gericht kam und schließlich zum Tode durch die Guillotine verurteilt wurde.</p>
<p>Zimmermannssohn ist der (Anti-)held Julien Sorel, für körperliche Arbeit jedoch ist er völlig ungeeignet. Kein Wunder also, dass er dem Spott und der Häme seiner Familie ausgesetzt ist. Was macht Julien deshalb? Er flüchtet sich in die Welt der Literatur, liest Rousseaus <em>Bekenntnisse</em> und Napoleons <em>Tagebuch von St. Helena</em>. In der nachnapoleonischen Ära ist es aber angezeigt, die Vorliebe für Napoleon nicht gar so deutlich zu zeigen, weshalb er, der er dem gesellschaftlichen Ruhm nachjagt und deshalb gerne zur Armee ginge, sich auf das Leben eines Priesters vorbereitet.</p>
<div class="infobox right">
<h3>Stendhal</h3>
<p><span style="font-size: 11px">(Grenoble 23. Januar 1783 – 23. März 1842 Paris)</span></p>
<p><span style="font-size: 11px">Im Alter von sechzehn Jahren verließ der Anwaltssohn seine verhasste Heimatstadt und zog nach Paris, um an der École Polytechnique zu studieren. Allerdings besuchte er keine Kurse, sondern schloss sich der Napoleonischen Armee an, nahm am Italienfeldzug teil und brachte es zum hohen Beamten im Département Oker im von Frankreich besetzten Westfalen. Danach wurde er Verwaltungschef der kaiserlichen Besitztümer, verlor aber nach Napoleons Abdankung seine Ämter und musste Frankreich verlassen. Nach der Julirevolution 1830 hoffte er auf einen hohen Posten im Staatsdienst, musste sich aber mit dem Posten eines Konsuls in einer kleinen Hafenstadt begnügen. Stendhal starb im Alter von neunundfünfzig Jahren nach einem Schlaganfall.</span></p>
</div>
<p>Als Hauslehrer bei Monsieur de Rênal, dem Bürgermeister von Verrières, tätig, bringt er derweil die Gefühlswelt der Dame des Hauses durcheinander. Als aber de Rênal die Affäre erkennt, muss Julien das Haus verlassen – es gilt eben, einen Skandal zu vermeiden. Julien geht zuerst ins Priesterseminar nach Besançon, ehe er als Sekretär in die Dienste eines Marquis tritt.</p>
<p>Dort entwickelt sich Julien allmählich zu einem Weltmann – zu einem solchen Weltmann, dass er es bald dahin bringt, die Tochter des Marquis zu schwängern. Dem Marquis bleibt zunächst nichts anderes übrig, als Julien zu protegieren, ihm zu Ruhm, Ehre und Ansehen zu verhelfen. Doch in einem Augenblick ist es mit Juliens Glück vorbei: Unter dem Zwang ihres Beichtvaters schreibt Madame de Rênal dem Marquis einen Brief, in dem sie Julien als skrupellos und heuchlerisch darstellt. Rasend vor Wut eilt Julien nach Verrières und schießt in der Kirche zweimal auf die Geliebte.</p>
<p>Julien wird verhaftet und zum Tode verurteilt. Im Gefängnis aber wird er von Madame de Rênal besucht, die er mit seinen Schüssen nur verwundet hatte. Jetzt gewinnt sie endgültig seine Liebe, nie war er in einem solchen Taumel der Liebe gewesen. Kurz danach wird er hingerichtet, die Gattin des Bürgermeisters von Verrières stirbt drei Tage nach Julien in den Armen ihrer Kinder.</p>
<p><em>Rot und Schwarz</em><span style="color: #0000ff">*</span> wurde mehrmals verfilmt, so 1928 in Deutschland unter dem Titel <em>Der geheime Kurier</em> mit Lil Dagover und Ivan Mosjoukine. Sehenswert ist aber vor allem die französisch-italienische Koproduktion von 1954, bei der Gérard Philipe (als Julien Sorel) und Danielle Darrieux (als Madame de Rênal) unter der Anleitung von Claude Autant-Lara glänzten.</p>
<p><span style="color: #0000ff">* Ein Wort noch zum Titel des Romans: Nach allgemeiner Auffassung bezieht sich das Rot auf die politische Gesinnung des (Anti-)helden (die Nähe Juliens zum einfachen Volk), das Schwarz wiederum steht wohl für das Priestergewand, das er anziehen muss, um gesellschaftliches Ansehen zu gewinnen. (<em>Anm. d. Hrsg.</em>)</span></p>
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		<title>Die toten Seelen</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Apr 2012 10:17:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>CBücherkiste</dc:creator>
				<category><![CDATA[Belletristik]]></category>
		<category><![CDATA[Nikolai Gogol]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist fast so wie bei den Ferengi*: Profit und Ertrag sind das Wichtigste im Leben, andere Werte sind nicht weiter von Belang. In der Tat geht es in Nikolai Gogols Roman Die toten Seelen nicht viel anders zu als bei eben jenen Kreaturen, die wohl auch die eigene Mutter verkauften, so es denn einen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4053" class="wp-caption alignleft" style="width: 191px"><a href="http://www.suhrkamp.de/buecher/die_toten_seelen-nikolai_gogol_32687.html"><img class="size-medium wp-image-4053" src="http://cbuecherkiste.de/files/2012/04/toteseelen-181x300.jpg" alt="" width="181" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Nikolai Gogol: Die toten Seelen. Frankfurt am Main 1987 (Bild: Insel Verlag)</p></div>
<p>Es ist fast so wie bei den Ferengi<span style="color: #0000ff">*</span>: Profit und Ertrag sind das Wichtigste im Leben, andere Werte sind nicht weiter von Belang. In der Tat geht es in Nikolai Gogols Roman <em>Die toten Seelen</em> nicht viel anders zu als bei eben jenen Kreaturen, die wohl auch die eigene Mutter verkauften, so es denn einen entsprechenden Gewinn brächte.</p>
<p><span style="color: #0000ff">* Jene humanoide Spezies, die uns im Star-Trek-Universum begegnet. Ihre Heimatwelt ist der Planet Ferenginar im Alpha-Quadranten der Milchstraße. (<em>Anm. d. Hrsg.</em>)</span></p>
<p><span id="more-3726"></span></p>
<p>Tote Seelen, das sind all die Leibeigenen, die vor kurzem verstorben sind und bis zur nächsten Revision noch auf der staatlichen Steuerliste geführt werden. Diesen Umstand weiß der ehemalige Finanzbeamte Tschitschikow für sich zu nutzen, indem er nämlich auf seiner Reise quer durch die russische Provinz bei den Gutsbesitzern einkehrt und diese bei einem guten Tropfen so lange beschwätzt, bis sie ihm jene oben erwähnten Leibeigenen verscherbeln.</p>
<p>Nun, die Gutsbesitzer schütteln den Kopf, runzeln die Stirn, rümpfen die Nase – aber was soll’s? Tschitschikow ist doch ein feiner Herr, er ist gut gekleidet, er tut ganz vornehm – wenn er die Toten also unbedingt haben will, na, dann soll er sie halt bekommen. Sicher, sie wissen nicht so recht, was von ihrem ulkigen Gast zu halten ist, aber was macht das schon: wichtig ist ja nur, dass ein wenig Geld in die eigenen Taschen fließt.</p>
<div class="infobox right">
<h3>Nikolai Gogol</h3>
<p><span style="font-size: 11px">(Welyki Sorotschynzi 1. April 1809 – 4. März 1852 Moskau)</span></p>
<p><span style="font-size: 11px">Gogol war ein schlimmer Racker, der im Alter von nur fünf Jahren die Katze der Familie in einem Teich ertränkte. Als Neunzehnjähriger ging er nach Sankt Petersburg, konnte sich aber die gewünschte Professur an der dortigen Universität nicht sichern. Dafür erhielt er eine Stelle im Staatsdienst, bevor er Geschichtslehrer an einer Privatschule für Mädchen wurde. Zwischen 1836 und 1848 unternahm Gogol Reisen durch Deutschland, die Schweiz, Österreich, Frankreich und Italien, begann aber bald an einer paranoid-halluzinatorischen Psychose zu leiden. Wahrscheinlich unternahm er gerade deshalb im Jahre 1843 eine Pilgerreise nach Palästina, was ihn aber auch nicht sehr viel glücklicher machen sollte. Kurz nach seiner Rückkehr geriet er jedenfalls unter den Einfluss eines fanatischen Priesters, der ihn davon überzeugte, dass seine Werke sündhaft seien. Nur zu logisch also, dass Gogol daraufhin, um nicht des Teufels zu sein, das Manuskript des zweiten Teils der Toten Seelen verbrannte. Schwupps, weg war es. Später unterzog er sich zu allem Überfluss auch noch einem strengen religiösen Fasten, an dessen Folgen er im Alter von zweiundvierzig Jahren starb.</span></p>
</div>
<p>So sind es alle zufrieden, geldgeil sind sie schließlich alle, einer wie der andere. Nur der Gutsbesitzer Nosdrew macht irgendwann Sperenzchen und schwärzt Tschitschikow auf einem Ball beim Gouverneur an. Seine Exzellenz und der ebenfalls anwesende Staatsanwalt sind zwar etwas verlegen und wissen im ersten Augenblick nicht, was sie nun tun sollen. Wie bitte, Tote, Tschitschikow handelt mit toten Seelen? Davon haben sie ja gar nichts gewusst.</p>
<p>Aber was soll die ganze Aufregung, sie profitieren doch alle von Tschitschikows Geschäften, also schwamm drüber. Sicher, über Tschitschikow heißt es zwar, er wolle die Tochter des Gouverneurs entführen, er sei ein Hallodri und Filou – aber wen kümmert das schon? Dass er sich aus dem Staub machen muss, ist freilich nicht zu verhindern. Aber ganz so arg ist das nun auch wieder nicht: Es gibt ja noch genügend andere Provinzen, in denen er tätig werden kann.</p>
<p>Gogols Roman um den Zustand der russischen Gesellschaft anno 1842 durfte zunächst freilich nicht erscheinen. Die Seele sei schließlich unsterblich<span style="color: #0000ff">*</span>, tote Seelen gebe es nicht, mithin stehe der Verfasser gegen die Unsterblichkeit auf , hieß es nämlich vonseiten des Zensors, der <em>Die toten Seelen</em> für nicht gesellschaftskonform ansah und folgerichtig ein entsprechendes Verbot erließ (Scholl: <em>50 Klassiker. Romane vor 1900</em>, S. 150).</p>
<p><span style="color: #0000ff">* Ob die Seele wirklich unsterblich ist oder nicht – wer vermag das schon zu sagen? Es ist halt alles eine Frage des Glaubens. (<em>Anm. d. Hrsg.</em>)</span></p>
<p>Später durften <em>Die toten Seelen</em> doch noch erscheinen, viel Glück brachten sie ihrem Schöpfer aber nicht. Es braute sich ein derartiger Proteststurm über Gogol zusammen, dass er gezwungen war, nach Italien zu ziehen, wo er am zweiten Teil zu arbeiten begann. Leicht ist ihm das allerdings nicht gefallen, erst zehn Jahre später war er damit fertig – und nur, um das fertige Manuskript im entscheidenden Augenblick dem Feuer zu überantworten. Fragmente haben zwar überlebt, dennoch scheint es angebracht, mit der Lektüre bereits nach dem Ende des ersten Teils aufzuhören.</p>
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		<title>Fünf literarische Männerfiguren und ihre realen Vorbilder</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Apr 2012 09:05:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>CBücherkiste</dc:creator>
				<category><![CDATA[Listen]]></category>
		<category><![CDATA[Alexander Selkirk]]></category>
		<category><![CDATA[Arthur Conan Doyle]]></category>
		<category><![CDATA[Irving Thalberg]]></category>
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		<description><![CDATA[1) Robinson Crusoe (Robinson Crusoe) ↔ Alexander Selkirk Robinson Crusoe verbrachte achtundzwanzig Jahre auf einer einsamen Insel, sein reales Vorbild musste nicht ganz so lang ausharren. Als Navigator auf dem englischen Freibeuter Cinque Ports unterwegs, war der Matrose Alexander Selkirk (1676 bis 1721) gegen Ende des Jahres 1704 mit seinem Kapitän in Streit geraten und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>1) Robinson Crusoe (<em>Robinson Crusoe</em>) ↔ Alexander Selkirk<br />
</strong>Robinson Crusoe verbrachte achtundzwanzig Jahre auf einer einsamen Insel, sein reales Vorbild musste nicht ganz so lang ausharren. Als Navigator auf dem englischen Freibeuter <em>Cinque Ports</em> unterwegs, war der Matrose Alexander Selkirk (1676 bis 1721) gegen Ende des Jahres 1704 mit seinem Kapitän in Streit geraten und wollte lieber sein Dasein auf jener Insel fristen, vor der die <em>Cinque Ports</em> den Anker gesetzt hatte, als länger an Bord bleiben zu müssen. Die Mannschaft unterstützte ihn nicht (woran er wohl geglaubt hatte), weshalb er sich tatsächlich auf der heute so genannten Isla Robinsón Crusoe des Juan-Fernández-Archipels im südlichen Pazifischen Ozean wiederfand. Selkirk blieb vier Jahre und vier Monate auf seiner Insel, ehe er im Februar 1709 endlich von einem englischen Freibeuterkapitän aufgelesen wurde.</p>
<p><span id="more-3702"></span></p>
<p><strong>2) Huckleberry Finn (<em>Tom Sawyer</em> &amp; <em>Huckleberry Finn</em>) ↔ Tom Blankenship<br />
</strong>In jedem Ort existiert ein Faktotum, das auf seine ganz eigene Art und Weise Geschichte schreibt. In Mark Twains Heimatstadt Hannibal in Missouri sorgten Vater und Sohn Blankenship für entsprechendes Gerede. Als Sohn der stadtbekannten Saufnase hatte es der junge Tom Blankenship nicht immer ganz leicht, sein Herz aber, und das war das Wichtigste, saß am rechten Fleck.</p>
<p><strong>3) Sherlock Holmes (<em>Die Abenteuer des Sherlock Holmes</em>) ↔ Joseph Bell<br />
</strong>Als Pionier der Forensik war der schottische Chirurg Joseph Bell (1837 bis 1911) schon zu Lebzeiten eine Legende. Berühmt bei seinen Studenten an der Universität von Edinburgh wurde er vor allem wegen seiner erstaunlichen Fähigkeit, anhand unbedeutend erscheinenden Details auf Herkunft, Beruf und Leiden seiner Patienten zu schließen. Als Bells Assistent lernte Arthur Conan Doyle diese Methoden kennen und dermaßen schätzen, dass er nach dessen Vorbild den berühmtesten Detektiv der Welt formte.</p>
<p><strong>4) Toby Shandy (<em>Tristram Shandy</em>) ↔ Roger Sterne<br />
</strong>Tristrams berühmter Onkel Toby ist bekannt für eine ganz spezielle Verwundung, die ihm mitunter das Leben etwas schwer machte: seine Leistenverletzung. Ganz ähnlich erging es Lawrence Sternes Vater Roger Sterne (1692 bis 1731), der als Leutnant zudem nicht weniger von militärischen Belagerungen besessen war als Onkel Toby. Aber das hatte ja auch einen guten Grund, hatte Roger Sterne doch nicht weniger als vier solcher Belagerungen mitgemacht.</p>
<p><strong>5) Monroe Stahr (<em>Der letzte Taikun</em>) ↔ Irving Thalberg<br />
</strong>Scott Fitzgerald nahm sich das Genie des frühen Hollywood zum Vorbild, als er seinen letzten Roman <em>The Last Tycoon</em> schrieb: Der amerikanische Filmproduzent Irving Thalberg (1899 bis 1936) war bereits im Alter von nur zwanzig Jahren bei den Universal Studios als Produktionsleiter tätig, bevor er 1924 als Stellvertreter von Louis B. Mayer zum neu gegründeten Filmstudio Metro-Goldwyn-Mayer ging. Bekannte Filme von ihm sind <em>Ben Hur</em> (1925), <em>Anna Karenina</em> (1927) und <em>Meuterei auf der Bounty</em> (1935). Thalberg starb im Alter von nur siebenunddreißig Jahren an einer Lungenentzündung.</p>
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