Sport-Signale

Vor unserer Zeit

8. Jh. (ca.) — Homer (* Griechenland)

8. Jh. (ca.) — Ilias (Homer)

8. Jh. (ca.) — Odyssee (Homer)

8. Jh. (ca.) — Homer († Griechenland)

525 — Aischylos (* Eleusis)

496 (ca.) — Sophokles (* Kolonos)

480 (ca.) — Euripides (* Attika)

Weiterlesen →

Kürzungen – ja oder nein?

(Nachttischlektüre #037) —Wie ich zuletzt dargelegt habe, bin ich kein Freund überlanger Romane. Kurz und prägnant sollte eine Geschichte erzählt werden, alles Überflüssige gilt es wegzulassen. Ich bin hier ganz anderer Auffassung als der Herausgeber dieser Seiten, der mich gerne fragt, was denn wohl überflüssig sei und was nicht. Das liegt natürlich im Auge des Betrachters, aber jeder vernünftige Leser kann das wohl selbst auf einen Blick erkennen, oder etwa nicht?

Weiterlesen →

Morels Erfindung

(Nachttischlektüre #036) —Es ist wohl kein Geheimnis, dass ich nicht gerade ein Freund unnötig langatmiger Romane bin. Seit je her kann ich nicht verstehen, warum ein Autor achthundert Seiten braucht, um eine Begebenheit zu schildern, die er auch in zweihundert oder weniger Worten hätte darlegen können. Umso lieber sind mir daher all jene Werke, die das gebotene Maß nicht überschreiten. Zu diesen anerkennenswerten Büchern gehört auch der Kurzroman Morels Erfindung, den der argentinische Autor Adolfo Bioy Casares 1940 veröffentlichte.

Weiterlesen →

Ein neuartiger Strumpf

Kunststoffe hatte es schon vorher gegeben: Angefangen hatte alles 1868 mit dem Zelluloid, das auch heute noch für die Herstellung von Tischtennisbällen verwendet wird. Zelluloid ist aber nicht ausschließlich künstlich, da seine Grundlage, die Zellulose, aus Pflanzen gewonnen wird.

1907 entwickelte Leo Baekeland dann den ersten vollkommen synthetischen Kunststoff. Das Bakelit wurde überall gebraucht, bei elektrischen Steckern und Steckdosen genauso wie bei Radios, Salz- und Pfefferstreuern, ja sogar bei Schmuckstücken. Kein Wunder, dass Beakeland so populär wurde, dass er es im September 1924 aufs Titelblatt des Time-Magazins schaffte.

Weiterlesen →

Der erste Computer

Es ist noch gar nicht so lange her, da galten Computer noch als eine Art Teufelswerk, für das sich höchstens ein paar verrückte Sonderlinge oder Krauterer interessierten. Heute freilich sind sie nicht mehr aus unserem Leben wegzudenken. Was früher noch mühsam per Hand gemacht werden musste, ist heute mit wenigen Klicks zu erledigen. Ob im Büro oder auf dem Schreibtisch im eigenen Hause – ohne Computer geht in der Tat nichts mehr.

Die ersten Arbeiten zum Thema reichen bis ins neunzehnte Jahrhundert zurück. Immerhin haben Charles Babbage und Byrons Tochter Ada Lovelace schon 1837 eine erste Rechenmaschine entworfen, doch die Blütezeit des modernen Computers begann erst gut hundert Jahre später, als verschiedene Programmierer die ersten universell programmierbaren Rechner entwickelten.

Zu den Vordenkern gehörte dabei der Berliner Bauingenieur Konrad Zuse, der 1938 mit dem Z1 die erste entsprechende Maschine herstellte. Doch damit nicht genug: In Zusammenarbeit mit Helmut Schreyer entwickelte Zuse seinen Apparat, der unvergleichlich viel größer war als die heutigen Rechner und fast einen ganzen Raum in Beschlag nahm, in den folgenden Jahren zügig weiter, bevor er sie am 12. Mai 1941 einer Gruppe von Wissenschaftlern vorstellte.

Seine Arbeit war ein voller Erfolg: Die Z3 war der erste funktionsfähige Digitalrechner der Welt und kann mit Fug und Recht als Prototyp des modernen Computers bezeichnet werden; einzig die logischen Bausteine fehlten der Maschine damals noch, die als erste mit dem binären Zahlensystem arbeitete. Das Original wurde im Krieg bei einem Bombenangriff zerstört.

Der Tod eines Engels

Als Mary Hogarth im Alter von nur siebzehn Jahren starb, genügten Charles Dickens drei Worte, um seine Schwägerin zu beschreiben: jung, schön, gütig (›young, beautiful and good‹). Es sind quasi Worte für die Ewigkeit, denn noch heute zieren sie Marys Grabstein auf dem Friedhof von Kensal Green in London.

Wie viel sie ihm bedeutete, wird deutlich, wenn wir daran denken, dass Dickens genau diese Worte auch verwendete, um gleich drei seiner Frauenfiguren zu beschreiben: Rose Maylie aus Oliver Twist, Little Nell aus dem Raritätenladen und Florence Dombey aus Dombey und Sohn.

Weiterlesen →

In einem andern Land

Gertrude Stein hat einst den Begriff von der ›Lost Generation‹ geprägt. Zu dieser ›verlorenen Generation‹ gehörten all jene amerikanischen Autoren, die, in den Jahren um 1900 geboren, im Ersten Weltkrieg gekämpft, angesichts des dort erlebten Grauens vollkommen desillusioniert und zerschlagen das Schlachtfeld verlassen und sich schließlich zu Beginn der Zwanzigerjahre in Paris niedergelassen hatten.

F. Scott Fitzgerald gehörte genauso dazu wie John Dos Passos, Edward Estlin Cummings oder Ernest Hemingway. Nachdem dieser drei Jahre zuvor bereits The Sun Also Rises (dt. Fiesta) veröffentlicht hatte, folgte 1929* A Farewell to Arms. (Ein Jahr nach der Originalausgabe kam übrigens die von Annemarie Horschitz übersetzte deutsche Fassung auf den Markt.)

Weiterlesen →

Der Steppenwolf

Hermann Hesse: Der Steppenwolf. Frankfurt am Main 2012 (Bild: Suhrkamp Verlag)

Die Lieder kennt wohl fast jeder. ›Born to Be Wild‹ und ›Magic Carpet Ride‹ sind tatsächlich auch heute noch in aller Munde, auch wenn sie inzwischen schon mehr als vierzig Jahre auf dem Buckel haben.

Das war auch die Hoch-Zeit der Hardrockband, die zunächst als The Sparrows durch die Lande zog, bevor sie später als Steppenwolf weltberühmt wurde – benannt nach dem 1927 erschienenen Roman von Hermann Hesse.

Weiterlesen →

Rot und Schwarz

Stendhal: Rot und Schwarz. Frankfurt am Main 2006 (Bild: Insel Verlag)

Antoine Berthet war ein junger Stutzer, dessen Fall im frühen neunzehnten Jahrhundert in Frankreich für reichlich Aufregung sorgte. Tatsächlich erregte die so genannte Affäre Berthet auch die Aufmerksamkeit des französischen Schriftstellers Stendhal, der sich ausführlich über den Fall* informierte und in der Nacht vom 25. auf den 26. Oktober 1829 mit der Niederschrift seines Romans Le Rouge et le Noir. Chronique du XIXe siècle begann, der nur ein Jahr später in zwei Bänden erschien.

* Ganz ähnlich wie bei Gustave Flaubert, dessen Roman Madame Bovary ebenfalls eine wahre Begebenheit zu Grunde liegt: der Fall der jungen Delphine Delamare. (Anm. d. Hrsg.)

Was also war vorgefallen? In der Familie Michoud als Hauslehrer tätig, verliebte sich der junge Stutzer Antoine Berthet in die Dame des Hauses und musste die Familie nach knapp einem Jahr wieder verlassen. Später ging er bei einer anderen Familie ein Liebesverhältnis mit der Tochter des Hauses ein und wurde auch dort sofort entlassen. Damit war natürlich auch seine Chance auf eine Stelle im Priesterseminar dahin, woraufhin er in Briefen an Madame Michoud drohte, sie sowohl als auch sich selbst zu töten.

Weiterlesen →

Die toten Seelen

Nikolai Gogol: Die toten Seelen. Frankfurt am Main 1987 (Bild: Insel Verlag)

Es ist fast so wie bei den Ferengi*: Profit und Ertrag sind das Wichtigste im Leben, andere Werte sind nicht weiter von Belang. In der Tat geht es in Nikolai Gogols Roman Die toten Seelen nicht viel anders zu als bei eben jenen Kreaturen, die wohl auch die eigene Mutter verkauften, so es denn einen entsprechenden Gewinn brächte.

* Jene humanoide Spezies, die uns im Star-Trek-Universum begegnet. Ihre Heimatwelt ist der Planet Ferenginar im Alpha-Quadranten der Milchstraße. (Anm. d. Hrsg.)

Weiterlesen →