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Posts Tagged ‘Thomas Mann’

Fünf literarische Frauenfiguren und ihre realen Vorbilder

1) Isabel Archer (Bildnis einer Dame) ↔ Mary Temple Durch ihr temperamentvolles und lebhaftes Wesen wusste die früh verwaiste Mary Temple (1845 bis 1870), die von allen nur Minny genannt wurde, all ihre Bekannten und Verwandten in den Bann zu ziehen, darunter auch Henry James. Vom frühen Tuberkulose-Tod seiner Kusine erschüttert, ließ James sie anschließend [...]

Ich an Dich

(Nachttischlektüre #012) — Thomas Mann galt zu seiner Zeit als so eine Art Groß-Weiser, dessen Meinung von jedermann respektiert worden ist. Doch natürlich hatte er nicht immer recht. So bezeichnete er einmal all jene Bücher, die in den Jahren von 1933 bis 1945 in Deutschland gedruckt worden seien, als wertlos und meinte, dass sie samt [...]

Brief an Thomas Mann

Von wann dieser Brief stammt, ist unbekannt. Sicher ist nur, dass er, da der Verfasser gerade den Zauberberg liest, nach 1924 geschrieben worden sein muss. Welches Bild der Autor meint, ist ebenfalls ungewiss. Fotografien, auf denen Mann in der unten beschriebenen Weise zu sehen ist, gibt es aber mehr als genug. (Anm. d. Hrsg.) Sehr geehrter [...]

Buddenbrooks

Hemingway fand das Buch recht gut. Oder zumindest nicht ganz schlecht, wenn wir einen Blick auf die beiden Briefe werfen, die er seinem Kumpel Scott Fitzgerald am 15. Dezember 1925 (Baker, S 129) und Archibald MacLeish (Baker, S. 133) nur fünf Tage später schrieb. Und das will was heißen, denn sonst hat Hemingway* ja wohl [...]

Der Prozess

Das ist sicher nicht die schönste Art, seinen dreißigsten Geburtstag zu begehen. Gleich am frühen Morgen nämlich bekommt der Bankbeamte Josef K. Besuch von zwei mysteriösen Wächtern, die ihn wie nebenbei für verhaftet erklären und ihn dann auch gleich noch im Schlafzimmer der Nachbarin verhören. Noch abstruser wird die Angelegenheit dadurch, dass K. den Grund [...]

Krieg und Frieden

Der Titel ist leider etwas einfallslos: zwei harte Hauptwörter, ein alltägliches Bindewort – und das war’s dann auch schon? Etwas kreativer hätte es dann aber schon sein können, oder? Krieg und Frieden also, das dicke Buch, das heute wahrscheinlich eh kein Mensch mehr liest*, von den Tolstoi-Verehrern mal abgesehen (von denen es immerhin zwei oder [...]

Die Pflasterkästen

Zu dritt werden sie verschickt, der Trambahnschaffner, der Bader und der wortkarge Funk. Es ist September 1915, die Krankenträger fahren in den Krieg. Funks Bataillon steht an der Front, dort, wo es besonders weh tut, wo das Ziel alles Soldatischen nur noch viehisch zu nennen ist. Funk, der Studierte, ist ganz und gar fehl am [...]

Die Weiße Rose in Romanen

Viele Schriftsteller waren von den Studenten der Weißen Rose so beeindruckt, dass sie sie in ihren Werken kurz erwähnten. Hier sind sechs Romane, in denen sie auftauchen. 1) Doktor Faustus Thomas Mann spricht im einundzwanzigsten Kapitel seines Romans, der das Leben des Tonsetzers Adrian Leverkühn zum Thema hat, von einem Gelehrten, um den sich – [...]

Alles nur Deppen? Ein Wort über den Genitiv-Apostroph

Die Jagd ist lange schon im Gange. Jäger sind ein paar selbsternannte Sprachhüter, die mit Kanonen auf jene schießen, die den Apostroph nicht immer den amtlichen Rechtschreibregeln gemäß einsetzen. Regen sich die Eiferer aber zurecht auf? Manchmal wohl schon, doch ist jeder, der einmal einen (angeblich) falschen Apostroph setzt, gleich eine hirnlose Schafherde? Wozu benötigen [...]

Harter Geist und weiches Herz

Muss man Augustinus gelesen haben, Bernanos, Kierkegaard oder Theodor Haecker gar? Sind ihre ethisch-theoretischen Ansichten zu Themen wie der Welt des Seins und zur göttlichen Gnade wichtig für uns, spielen ihre religiös-philosophischen Gedanken zur dialektischen Theologie oder zum Existenzialismus irgendeine Rolle für unser Wohlergehen? Das mag jeder für sich selbst entschieden. Für die Mitglieder der [...]